Am Samstag, 28. März 2026, wurde es eng im Jokerclub. Zur Premiere des Theaterprojekts „Königin der Farben“ kamen so viele Gäste, dass schnell klar war: Hier passiert etwas, das trägt.
In drei Probenachmittagen haben Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Theaterpädagogin Sylvia Habermann ein Stück entwickelt. Kein fertiger Text, der nur eingeübt wurde, sondern ein Prozess, bei dem ausprobiert, verworfen, neu angesetzt und improvisiert wurde. Nur so entstand etwas Eigenes.
Im Mittelpunkt der Geschichte standen mehrere Königinnen, die jeweils über ihre Untertanen der Farben herrschen wollten: über das leuchtende Rot, das stille Blau und das wilde Gelb. Doch die Farben machten nicht einfach mit. Sie entzogen sich, gerieten in Streit, piekten einander, verschwanden und kamen zurück. Es ging um Kontrolle und um das, was sich nicht kontrollieren lässt. Und darum, dass Vielfalt nicht funktioniert, wenn jemand allein bestimmt.
Das klingt groß, wurde aber im JokerTreff sehr konkret: in Gesten, Stimmen und kleinen überraschenden Szenen. Und in dem Mut der jungen Menschen, sich auf die provisorische Bühne zu stellen. Die Aufführung lebte genau davon. Sie war nicht glatt, nicht perfekt und gerade deshalb wahnsinnig gut.
Danach wurde gegessen, geredet, gelacht. Das Buffet war reich gedeckt, der Raum lebendig, die Stimmung warm. Viele sind geblieben und haben den Abend gemeinsam ausklingen lassen.
Gefördert vom „Bündnis für Brandenburg“ zeigt das Projekt ziemlich klar, worum es geht: Räume öffnen, Verantwortung abgeben, Dinge entstehen lassen. Der Rest passiert dann von selbst.
Dana Giesecke



